Die Zukunft des Lebens



Naturzerstörung – menschliche Gesellschaft

Wie sieht sie aus? Das weiß niemand, aber es ist zum einen überaus interessant, sich dazu Gedanken zu machen, zum anderen aber auch überaus wichtig, da man ja Entwicklungen auch beeinflussen kann. Angesichts der fortschreitenden Naturzerstörung ist man zu Pessimismus geneigt. Dem Dasein von Milliarden Lebewesen und ganzen Ökosystemen wird durch die Umwandlung der frei belebten Flächen zu menschlichen Verwertungsstätten ein brutales Ende gesetzt. Zur Zeit findet ein Massenaussterben statt, wie es nur wenige ähnlich verheerende in der Erdgeschichte gab, verantwortlich dafür sind diesmal vernunftbegabte Wesen, nur sehr indirekt die fundamentalen Naturgesetze. Doch sind wirklich wir persönlich verantwortlich zu machen? Da muss die Kritik sicher tiefer gehen und so fällt die Verantwortung auf die Gesellschaft und ihr Wirtschaftssystem. Ohne jeglichen Respekt vor Leben wird alles verwertet und der Profitmaximierung unterworfen, ausgebeutet werden dabei sowohl menschliche Arbeit als auch das Leben von Pflanzen und Tieren. Das durch die kapitalistische Produktionsweise hervorgerufene Elend der Mehrheit der Menschheit verbindet sich dann mit dem ebenso erzeugten Reichtum: Naturzerstörung ist meist eine Folge von Überlebenskampf einerseits und Profitinteressen andererseits, verstärkt noch durch den steigenden Bedarf durch die wachsende Weltbevölkerung. Eine Negativ-Vision wäre ein Planet voller Monokulturen und Wüsten, wo nichts leben darf, was keinen Profit bringt. Aber natürlich gibt es auch Hoffnung. Das kurzfristig Wichtigste wäre, die verbliebenen Naturgebiete streng zu schützen und die menschlich genutzten Flächen lebensfreundlicher zu gestalten. Langfristig braucht die Menschheit ein anderes Gesellschaftssystem, das in der Lage ist, für alle Lebewesen ein selbstbestimmtes Leben ohne Unterdrückung und Ausbeutung zu gewährleisten und im Einklang mit der Natur nach den Bedürfnissen der Menschen wirtschaftet.

Gen- & Nanotechnik – menschliche Evolution?

Technik wird für die Zukunft des Lebens eine entscheidende Rolle spielen. Zum einen kann sie für die Bewältigung vieler Umweltprobleme genutzt werden (z.B. Meerwasserentsalzungsanlagen oder die Nutzung der Sonnenenergie, auch um Wasserstoff herzustellen), aber durch leichtfertigen Einsatz auch neue schaffen (wie bereits geschehen) oder gar nur zum Töten entwickelt werden (Militärtechnik). Zum anderen muss man sich fragen, inwieweit sie direkt mit dem Leben interagieren wird: Wird (menschliche) Evolution durch Gentechnik fortgeführt? Werden ganz neue Lebewesen kreiert? Entwickeln Roboter und das Internet eine Form von Intelligenz? Werden sie gar zu einer neuen Form von Leben? Wird es Mischungen geben zwischen natürlichem und künstlichem Leben?

Ausbreitung in den Weltraum

Die faszinierendste Form der Symbiose zwischen Technik und Leben kann es im Weltraum geben. Ähnlich wie sich vor einer halben Milliarde Jahren das Leben vom Meer aufs Land ausbreitete, hat es nun die Möglichkeit, auch den Weltraum zu besiedeln: Indem auf Raumstationen Erdbedingungen simuliert werden und Roboter ein Infrastruktur- und Versorgungssystem gewährleisten, kann sich das komplexe Lebensnetz, das heute die Oberfläche dieses Planeten bedeckt, immens ausweiten. Darin kann man auch das Bedeutende der menschlichen Zivilisation und den Gegensatz zu ihrer Naturzerstörung sehen: durch die Technik einen fundamentalen Evolutionsschritt zu ermöglichen, der den Beginn der Belebung des Weltraums bedeutet.

Fremdes Leben im Weltraum

Da die Prozesse, die zur Entstehung der Sonne, der Erde und des Lebens führten, gemäß der Naturgesetze abliefen, die im ganzen beobachtbaren Universum gelten, und da dieses viele Hundert Milliarden Galaxien mit jeweils ca. hundert Milliarden Sternen enthält, kann man davon ausgehen, dass es zahlreiches fremdes Leben gibt. Über dessen Erscheinungsform kann nur spekuliert werden, schon irdisches Leben ist ja extrem vielfältig. Vielleicht kann es eines Tages trotz der riesigen Entfernungen glücken, Kontakt aufzunehmen.

Die ferne Zukunft

In etwa 5 Milliarden Jahren wird durch das explosive Zünden des Heliums in der Sonne die Erde „untergehen“, es sei denn, Lebewesen würden sie in Sicherheit bringen. Da auch zu dieser Zeit noch neue Sterne entstehen, können sie noch lange vom Leben als Energiequelle genutzt werden. Irgendwann jedoch verlöscht auch der letzte Stern, dann bleiben noch Schwarze Löcher, deren einfallende Materie zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Da das Universum aber wohl beschleunigt expandiert, wird es schließlich zu einer finsteren lebensfeindlichen Leere werden.