Überlegungen zur Gesellschaft


Die Gesellschaftsordnung ist durchaus kritikwürdig. Die Wirtschaft ist kapitalistisch, was zu Reichtum einiger und Armut vieler führt. Was profitabel ist, wird gemacht - dies ist das einzige Kriterium. Autorität, Hierarchien, Konkurrenz und ungerechte Verteilung von Gütern und Einfluß bestimmen soziale Beziehungen. Die Menschheit ist in Nationen eingeteilt und wird von Staaten regiert. Diese führen Kriege und setzen die Gesellschaftsordnung und ihre Machtansprüche durch. Und über allem der unverantwortliche und zerstörerische Umgang mit der Natur...

So muß es nicht sein! Anstatt zu Arbeitslosigkeit könnte der technische Fortschritt zu mehr Freizeit führen, die leicht ausreichend produzierten Güter könnten allen Menschen frei zugänglich sein, die Wirtschaft könnte nach den Bedürfnissen und Wünschen der Menschen ausgerichtet sein, Entscheidungen könnten kollektiv von allen Betroffenen getroffen werden (etwa mittels Internet), soziale Beziehungen von gegenseitigem Respekt und Hilfe geprägt sein, Gewalt in jeder Form geächtet sein, die Herkunft eines Menschen müsste nicht sein Schicksal bestimmen und auch die nichtmenschlichen Bewohner dieses wunderschönen Planeten könnten frei und natürlich leben.

Dies ist allerdings sehr schwierig zu erreichen. Notwendig ist eine radikale Änderung der Gesellschaft, eine Aufhebung von Macht- und Eigentumsstrukturen und deren Ersetzung durch eine egalitäre Organisationsstrukur. Von Wahlen kann man sich leider keine grundlegende Veränderung erhoffen, denn es kommt nicht so sehr darauf an, wer auf einer Position sitzt, sondern auf die Existenz solcher hierarchischen Positionen überhaupt. Die Person erfüllt dann lediglich eine Funktion im Herrschaftsapparat und ist unabhängig von ihren Ansichten in ihren Handlungen und Entscheidungen stark eingeschränkt. Ein gewaltsamer Umsturz kommt auch nicht in Frage: Einerseits ist Gewalt menschenverachtend, bedeutet Unterdrückung, verursacht immer mehr Gewalt und Leid und steht somit sämtlichen Zielen konträr entgegen, andererseits hieße ein "Sieg" die Machtergreifung einer anderen Gruppe, die vom Kampf geprägt ist und deren Ideale angesichts von Machterhaltung und Privilegien schnell in den Hintergrund geraten.

Hoffnung liegt meiner Meinung nach eher darin, daß die Menschen selbst nachdenken und eigenständig handeln, Bevormundungen und Manipulationen ablehnen, sich gegenseitig helfen und auch gegen Ungerechtigkeiten aufstehen, die Fremden widerfahren. Ein Szenario zur Revolution wäre demnach eher der Aufbau von gesellschaftlichen Alternativen vorbei am Staat und der Geldlogik, deren Wachstum, dynamische Veränderung und Verteidigung gegen (staatliche) Gewalt durch massenhaften Ungehorsam, Streiks, Blockaden etc. Notwendig ist die Beteiligung einer breiten Mehrheit der Menschen, Auslöser könnte eine Wirtschaftskrise sein, die der Kapitalismus aufgrund seiner Funktionsweise hervorbringt. Außer dem Glauben an den Markt muß auch der Glaube an Autorität und Nation erschüttert werden.

In meiner Kritik an der Gesellschaft war ich früher eher kommunistisch beeinflusst, heute eher anarchistisch. Hier sind ein paar Texte, die ich mal geschrieben habe:

Der umfangreiche Text zur Gesellschaft ist leider nicht fertig. (2004)

Hier ist eine Art Flugblatt zu Nationalismus (2006)

Hier meine Kriegsdienstverweigerung (2000)

Hier ein Text zur Zunkunft des Lebens (2003)

und hier noch ein alter Text zu meinen politischen Ansichten, die heutzutage aber etwas anders sind. (1999)

Einige Links:

Indymedia ist eine Plattform für Berichte zu sozialen Protesten

Graswurzelrevolution ist eine anarchistisch-gewaltfreie Zeitschrift

junge Welt ist eine linke Tageszeitung