Einleitung

Die Menschheit befindet sich in einer sozialen und ökologischen Katastrophe. Sie zerstört ihre Lebensgrundlagen wie stabiles Klima und ausreichende Nahrungs- und Energieversorgung. Ein großer und wachsender Teil der Bevölkerung ist Hunger und Elend ausgeliefert. Die Vernichtung von Lebensräumen führt zum Tod unzähliger Tiere und Pflanzen und sogar zu einem der größten Artenaussterben der Erdgeschichte.

Individuelle und gesellschaftliche Verantwortung

Für diese Entwicklungen und auch für Änderungen gibt es sowohl eine gesellschaftliche als auch eine individuelle Verantwortung. Die Wirtschaft ist ausschließlich auf Profit ausgerichtet, ohne Rücksicht auf Mensch und Natur. Die Politik ist auf das nationale Interesse bedacht, wirtschaftsorientiert und meist kurzsichtig. Der übliche Lebensstil des wohlhabenden Teils der Menschheit ist extrem ressourcen- und flächenintensiv, was auf Kosten des übrigen Teils, der Natur und zukünftiger Generationen geht. Im persönlichen Konsum von Energie und tierischer Nahrung liegt somit eine hohe Verantwortung.

Probleme und Konsequenzen von Tierhaltung, Agrar- und fossiler Energie

Physikalische Probleme
Neben den ethischen Aspekten der Tierhaltung ist vor allem die Effizienz der menschlichen Nahrungsversorgung problematisch: Tiere brauchen das Futter zum Leben und können nur aus einem kleinen Bruchteil Fleisch, Milch oder Eier machen. Daher wird für die Erzeugung tierischer Nahrung ein Vielfaches an pflanzlicher Nahrung als Futter benötigt (etwa 5 bis 15 mal so viele Kalorien). Dadurch erhöht sich die zur menschlichen Ernährung notwendige Fläche entsprechend.

Ebenfalls sehr ineffizient ist die landwirtschaftliche Energieerzeugung aus Biomasse. Um bspw. ein Auto mit Agrarsprit zu betreiben, braucht man eine Fläche (ca. 1 ha), von der sich mehr als ein dutzend Menschen ernähren könnten. Fossile Energieträger verbrauchen dagegen keine Flächen, haben aber die Sonnenenergie über eine zigtausend fach längere Zeit gespeichert als mit der sie heute verbraucht werden.

Flächenverbrauch und Klimawandel
Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche der Erde ist sehr begrenzt. Häuser und Straßen, Ernährung für Menschen und Nutztiere, Energieerzeugung und schließlich die Natur mit ihrer immensen Vielfalt an Leben konkurrieren um sie. Gerade der enorme Flächenanspruch der Produktion von tierischer Nahrung und neuerdings von Agrarenergie hat fatale Folgen für die Ernährungssituation der Menschheit sowie für das Überleben und die Entfaltungsmöglichkeiten nichtmenschlichen Lebens.

Der Klimawandel bedroht die Landwirtschaft durch Dürren und Überschwemmungen, Wetter- und Klimasprünge und Landverlust durch Meeresspiegelanstieg. Schuld daran sind die Verbrennung fossiler Energieträger (durch Freisetzung von Kohlendioxid), die industrielle Landwirtschaft (durch hohen Energieverbrauch und durch starke Düngung, die Lachgas freisetzt), die Tierhaltung (durch die Futtermittelproduktion und durch Methan-Freisetzung) und die Waldvernichtung (Kohlendioxid-Freisetzung). Letzteres trägt stärker zum Klimawandel bei als der gesamte Verkehrssektor und ist wiederum eine Folge der Flächenansprüche von Tierhaltung und Agrarenergie.

Soziale Folgen
Der Markt regelt die Konkurrenz um Ressourcen. So wird einer Milliarde Menschen selbst der Zugang zur Grundnahrung verwehrt, während eine andere Milliarde kaufkräftig genug für einen hohen Fleisch- und Energieverbrauch ist. Lebensmittel werden eher verlustreich zu „Bio“-Kraftstoffen umgewandelt als damit den dringenden Nahrungsbedarf zu decken.

Der hohe Flächenverbrauch des globalen Nordens wird teilweise in die Tropen exportiert – durch den Import von Agrarerzeugnissen, die hauptsächlich als Futtermittel für die Nutztiere dienen, aber auch immer mehr als Energiequelle. Die daraus hervorgehende Expansion der Monokulturen (wie Palmöl, Zuckerrohr oder Soja) vernichtet mit dem Regenwald nicht nur einzigartige Ökosysteme, sondern auch die Lebensgrundlage der Bewohner und letztlich der gesamten Menschheit; zudem werden Kleinbauern in die Slums vertrieben oder müssen unter sklavenähnlichen Bedingungen auf den Plantagen arbeiten.

Lösungsansätze

Es ist offensichtlich, dass sich unser Ressourcenverbrauch (Energie und Fläche) stark reduzieren muss. Auch nichtmenschliches Leben braucht Platz, die Weltbevölkerung wächst und auch der arme Teil der Menschheit hat Anspruch auf Wohlstand. Der Klimawandel wird durch diesen Lebensstil ausgelöst und die fossilen Energieträger sind nur von kurzer Dauer.

Individuell kann man auf seinen Konsum achten, welcher Energieverbrauch wirklich notwendig ist und wie viel tierische Nahrung man verantworten kann. Es ist auch gesünder, Fahrrad zu fahren und sich fast nur pflanzlich zu ernähren. Politisch müsste die Marktdominanz zurückgedrängt und das nationale Denken überwunden werden, um global für soziale Gerechtigkeit zu sorgen.

Es muss sowohl der Energieverbrauch gesenkt als auch die Energieerzeugung umgestellt werden. Für ersteres muss die Effizienz erhöht werden, also z.B. Strom möglichst nicht zur Wärmeerzeugung nutzen (da er bereits unter hohen Verlusten aus Wärme erzeugt wurde), Wohnraum besser isolieren, unnötige Transporte vermeiden und das Verkehrswesen umbauen. Strom kann in Wüsten mittels solarthermischer Kraftwerke erzeugt und bereits mit einem Verlust von unter 3% pro 1000 km transportiert werden. Die Kraftwerke erreichen bereits einen Wirkungsgrad (Umwandlung von Sonnenstrahlung in Strom) von 35%; dagegen wird nur etwa 0,1% der einfallenden Sonnenenergie in Biomasse umgewandelt, die auch wieder verlustreich in nutzbare Energie verwandelt werden muss. Wärme kann direkt aus der Sonnenstrahlung gewonnen werden, so reichen auch in Deutschland die Dachflächen für den gesamten Heiz- und Warmwasserbedarf aus. Treibstoff kann nur sehr verlustreich regenerativ hergestellt werden, so dass der Transport auf öffentliche, strombetriebene Verkehrsmittel umgestellt und bis dahin das restliche Erdöl verwendet werden muss.