Naturschutz - was kann man selber machen?

Das langfristige Überleben der Menschheit und der Zivilisation (sowie das Überleben unzähliger Tier- und Pflanzenarten) hängt davon ab, ob es uns gelingt, die Naturzerstörung schnell zu stoppen. Leider ist die Gesellschaft so organisiert, daß sich das Handeln der Menschheit nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Einsichten in Zusammenhänge orientiert, sondern an Geld. Ferner sind die Machtstrukturen so stabil, daß man daran kurzfristig nichts ändern kann.

Das Wichtigste wäre sicherlich die Erhaltung der vebliebenen ursprünglichen Natur wie der Urwälder mit ihrem immensen Artenreichtum. Als kleinen Schritt dazu kann man "Rettet den Regenwald e.V." unterstützen (www.rettet-den-regenwald.de) z.B. das durch die unten angegebenen Tipps eingesparte Geld spenden und sich an Aktionen beteiligen. Außerdem ist es wichtig, den Klimawandel nicht weiter zu beschleunigen, so daß Mensch und Natur Zeit für Anpassung haben. Dieser hängt stark mit unserem Konsum und Energieverbrauch zusammen, so daß man hier viel tun kann.

Verkehr: Fahrrad statt Auto

Für Fortbewegung braucht man Energie - und die kommt aus der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Verbindungen wie Benzin oder Nahrung zu Kohlendioxid. Wenn wir uns anstrengen, verbrauchen wir mehr Nahrung und atmen mehr Kohlendioxid aus. Pflanzen brauchen dieses Gas ihrerseits zum Leben und die Erde wäre ohne den davon hervorgerufenen Treibhauseffekt eiskalt, doch die künstliche Verbrennung setzt zu viel davon frei, so daß sich die Erde erwärmt. Ein Vergleich der verschiedenen Verkehrsmittel zeigt folgendes:

Verkehrsmittel Kohlendioxidausstoß (kg pro Person und 100 km)
Bus 3
Schiff 3
Bahn 4
Auto 17
Flugzeug 23


Gehen 2
Laufen 3
Radfahren 1

Die Zahlen sind grob und variieren stark. Für jedes Verkehrsmittel verbraucht man umso mehr, je schneller man ist. Die letzten drei Werte wurden aus Kalorienverbrauchsangaben umgerechnet. Der Kohlendioxidausstoß ist proportional zum Energieverbrauch, so daß die Zahlen auch angeben, wie effektiv die Art der Fortbewegung ist.

Das Fahrrad ist somit der klare Sieger. Auch der Gesundheit ist es sehr förderlich, die täglichen Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen. Es ist leise und man bewegt sich an der frischen Luft. Beeinträchtigt wird das Vergnügen nur durch die häufige Nähe zum Autoverkehr. Dieser ist wegen Lärm, Luftverschmutzung und Unfallgefahr gesundheitsschädlich. Der Flächenverbrauch von Autos ist enorm: Straßen und Parkplätze verhindern die Entfaltung von Leben.

Das eigene Auto abzuschaffen oder sich gar nicht erst eines zuzulegen ist ein wichtiger und grundlegender Beitrag zum Naturschutz (und spart viel Geld ein). Mit dem Fahrrad ist man im Stadtverkehr oftmals sogar schneller, in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man auch weite Strecken bequem zurücklegen und Lasten können auch mit dem Fahrrad befördert werden (in Packtaschen oder im Anhänger). Wenn man wirklich mal etwas Schweres befördern muß, kann man sich auch ein Auto ausleihen. Wenn sich noch mehr Leute vom lebensfeindlichen Auto verabschieden, würde der öffentliche Nah- und Fernverkehr ausgebaut, die Luft würde sich verbessern und die Straßen und Parkplätze könnten für Gartenbau und Erholung genutzt werden, da Fahrradwege von den Hauptstraßen zu den Häusern ausreichen würden.

Bus, Schiff und Bahn sollten dem Flugzeug vorgezogen werden, sofern dies zeitlich akzeptabel ist. In Zukunft könnte man als Treibstoff auch Wasserstoff verwenden, der zu Wasser verbrennt. Um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, könnte man die Sonneneinstrahlung in Wüsten und Ozeanen nutzen. Dies würde Kohlendioxidausstoß und Luftverschmutzung des Verkehrs beenden, doch der Flächenverbrauch von Autos würde bleiben, so daß man sich auch dann besser zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegt.

Strom: Energiesparlampen, Stand-by aus, Wäsche aufhängen

Einerseits muß die Erzeugung von Strom geändert werden (auf regenerative Energiequellen umgestellt werden), andererseits kann auch der Verbrauch zurückgehen. Hier kann man als Einzelne(r) ansetzen und sparsamer mit Strom umgehen:

Glühlampen sind z.B. sehr ineffizient, sie erzeugen hauptsächlich unsichtbares Infrarotlicht. Heutzutage gibt es Energiesparlampen, mit denen man viel Strom und trotz des höheren Einkaufspreises auch viel Geld sparen kann. Stand-by-Funktionen und Transformatoren verbrauchen auch dann Strom, wenn man sie gar nicht verwendet. Daher sollte man Geräte immer ganz ausschalten und die Stromversorgung für den Computer und seine Umgebung an eine Steckerleiste mit Schalter geben. Wenn man nicht vorm Rechner sitzt, kann man so alles aussschalten und es wird kein Strom mehr verbraucht.

Jeglicher Strom wird in Wärme umgewandelt, wurde zuvor jedoch meist aus Wärmeunterschieden erzeugt - mit einem Wirkungsgrad deutlich unter 50 %. Man sollte daher lieber direkt die Energieträger wie Erdgas zur Wärmeerzeugung nutzen anstatt den ineffizienten Umweg über den Strom zu nehmen. Wasser zu erwärmen braucht viel Energie, hat jedoch einen großen Anteil am Stromverbrauch - für Herd, Spül- und Waschmaschine, teilweise auch noch für Warmwasser. Ein Gasherd ist also einem Elektroherd vorzuziehen.

Viel Strom wird auch für den Kühlschrank benötigt - hier ist eine gute Isolierung wichtig. Beim Kauf von Geräten sollte man immer darauf achten, daß die Energieeffizienzklasse A ist. Während des Sommerurlaubs macht man Kühl- und Gefrierschrank am besten aus.

Ein Wäschetrockner verbraucht extrem viel Strom - solche Geräte sollte man abschaffen! Eine gute Alternative zum Trockner ist ein Wäscheständer, denn die Kleidung trocknet auch von alleine.

Heizen: warm anziehen, richtig lüften, nur heizen wenn Person im Raum ist

Um möglichst wenig Energie zum Heizen zu verbrauchen, kann man folgende Tipps beherzigen:

Zunächst einmal sollte man akzeptieren, daß der Winter eben etwas kälter ist und sich entsprechend anziehen, z.B. unter dem Pulli noch ein zusätzliches Longsleeve und an den Füßen Pantoffeln. So kann man bequem unter 20° bleiben. Für die Nacht kann man sich eine zusätzliche Decke nehmen, so daß man dann keine Heizung braucht.

Räume zu heizen, in denen sich gerade niemand aufhält, ist unnötig. Es ist sinnvoll, auch für kurze Zeit die Heizung auszuschalten, da der Wärmeverlust umso stärker ist, je größer der Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen ist. Auch Räume, in denen man sich nur kurz aufhält, müssen nicht unbedingt beheizt werden. Wir heizen z.B. nur das Wohnzimmer und nur abends.

Man sollte die Fenster im Winter niemals länger auf Kippe stellen, sondern für ein paar Minuten ganz auf machen: So wird die Luft ausgetauscht (die geringe Wärmekapazität hat), aber die Möbel und Wände kühlen nicht aus. Schließlich ist gute Isolierung wichtig, um allzu großen Wärmeverlust zu vermeiden.

Flächennutzung: nichts versiegeln, viel Artenvielfalt zulassen, tote Flächen bepflanzen

Wo immer man die Möglichkeit hat, sollte man dafür sorgen, daß Flächen lebensfreundlicher gestaltet werden. Leider ist diese Einflußnahme für die meisten von uns sehr beschränkt, oftmals auf die Zimmerpflanzen auf der Fensterbank. Die öffentliche Flächengestaltung ist dominiert vom Auto, das unter sich kein Leben duldet, und von der Landwirtschaft, die meistens nur eine Sorte auf einem Feld leben lässt. Die wenigen Grünflächen der Städte sind fast immer monotoner Rasen, was nur sinnvoll ist, wenn er zum Spielen oder Liegen genutzt wird. Auch unsere Dächer müssten nicht Beton- und Ziegelwüsten sein.

Wer jedoch ein Grundstück hat, kann dort das Leben sich entfalten lassen. Wer nicht viel Zeit für den Garten hat, kann einen Teil einfach verwildern lassen und so ein kleines Paradies für unzählige Pflanzen und Tiere schaffen. Dies wäre viel sinnvoller als Rasen, der meistens gar nicht genutzt wird und auch noch gemäht werden muß. Wichtig ist, daß möglichst wenig Fläche des Grundstücks versiegelt ist. Wer genug Pflegebereitschaft aufbringt, kann auch einige Nutzpflanzen im Garten anbauen. Sie machen sich auch optisch oft nicht schlechter als Zierpflanzen und so entlastet man die Landwirtschaft ein klein wenig.

Müll: vermeiden, wiederverwerten, trennen

Beim Kauf von Produkten sollte man darauf achten, daß sie nicht zu viel Müll enthalten. Auch mit Papier kann man oft sparsamer umgehen, z.B. nicht alles ausdrucken und die scheußlichen Werbeprospekte abweisen.

Müll lässt sich jedoch nicht ganz vermeiden, aber wiederverwerten. Um dies zu erleichtern, sollte man den Müll gut trennen.

Essen: bewusst und gesund, kein oder wenig Fleisch, viel Bio

An der Nahrung wird sehr deutlich, daß wir Teil der Natur sind und daß Naturschutz somit auch Selbstschutz ist. Im Supermarkt ist diese Verbindung nicht mehr direkt erkennbar, aber man kann ja mal etwas Nahrung selbst anbauen. Dann kann man beobachten, wie die Pflanze aus Wasser, Sonne und der eigenen Atemluft wächst, bis man schließlich die Früchte essen kann.

Die meiste für Landwirtschaft geeignete Fläche der Erde wird bereits dafür genutzt (man könnte sie vielleicht erweitern durch Bewässerung mit entsalztem Meerwasser). Die Weltbevölkerung steigt, und auch die nichtmenschliche Natur sollte Platz zum freien Leben haben. Nimmt man Nahrung in Form von Fleisch zu sich, so geht bis zu 90 % der Energie auf dem "Umweg" über das Tier verloren, so daß man eine entsprechend höhere Fläche für die Nahrungsproduktion benötigt. Zudem entbehrt die industrielle Fleischproduktion jeglichen Respektes für das Leben des Tiers. Daher sollte man auf Fleisch verzichten, oder den Konsum zumindest stark einschränken. Angesichts des Raubbaus an den Meeren sollte man auch keinen Fisch essen. Der Gesundheit wäre die vegetarische Lebensweise sogar förderlich.

Wann immer es der Geldbeutel erlaubt, sollte man biologisch angebaute Nahrung bevorzugen. Es werden dabei keine Gifte eingesetzt, die Boden, Wasser und Essen beeinträchtigen, auch gibt es eine größere Sortenvielfalt auf kleinerem Raum und die Tiere werden besser behandelt.